Sonntag, 10. April 2011

Deutschland und Kambodscha

Politik

Die politischen Beziehungen sind eng, freundschaftlich und frei von Belastungen. Deutschland unterstützt die Reformpolitik der Regierung und trägt damit zur Stabilität und wirtschaftlichen Entwicklung in Kambodscha und in der Region bei. Für unsere Anliegen im internationalen Bereich, vor allem in den Vereinten Nationen, ist Kambodscha sehr aufgeschlossen. Beide Länder sind daran interessiert, ihre Beziehungen weiter auszubauen.

Wirtschaftsbeziehungen

Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich positiv, allerdings langsam und auf niedrigem Niveau. Die Einfuhr aus Kambodscha - überwiegend Textilien und Schuhe - übersteigt bei weitem die deutschen Exporte nach Kambodscha. Deutschland ist für Textilien und Schuhe der zweitgrößte Absatzmarkt nach den USA. Bislang wurden jedoch keine deutschen Investitionen größeren Umfangs in Kambodscha getätigt. Im April 2002 ist der bilaterale Investitionsschutzvertrag in Kraft getreten.

Entwicklungszusammenarbeit

Kambodscha ist ein Schwerpunktpartnerland deutscher Entwicklungskooperation in Südostasien. Deutschland gehört zu den größten bilateralen Gebern. Schwerpunkte unserer EZ sind die Bereiche Demokratiehilfe (einschl. Menschen- und Frauen-rechte), Gesundheit und Förderung der privatwirtschaftlichen Entwicklung. Darüber hinaus besteht mit dem Programm Ländliche Entwicklung ein regionaler Schwerpunkt in den Provinzen Kampot und Kampong Thom.

Kulturbeziehungen

Das Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaften der Fachhochschule Köln – unterstützt durch Fördermittel des Auswärtigen Amtes – leistet im Rahmen des "German-Apsara-Conservation-Project" seit mehreren Jahren einen wesentlichen, international anerkannten Beitrag zum Erhalt der weltberühmten Tempelanlagen von Angkor. Dies betrifft die Restaurierung des Tempels Preah Ko und die Restaurierung der Apsara-Reliefs am Tempel Angkor Wat und Noterhaltungsmaßnahmen an weiteren bedrohten Kulturgütern.

Von Mitte Dezember 2006 bis Mitte Juli 2007 wurde in der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn sowie im Martin-Gropius-Bau Berlin die Ausstellung "Angkor - Göttliches Erbe Kambodschas" mit Originalskulpturen aus Siem Reap und dem Nationalmuseum Phnom Penh gezeigt. Die Ausstellung wurde in Bonn feierlich von Bundespräsident Köhler und König Sihamoni eröffnet.

In Zusammenarbeit mit dem kambodschanischen Kulturministerium und dem Memot Centre werden in dem Dorf Prohear, Prey Veng Provinz, seit 2008 Ausgrabungen unter deutscher Leitung durchgeführt.

Bild vergrößern Seit Ende 2009 ist hierzu eine durch das Auswärtige Amt finanzierte Publikation von Dr. Andreas Reinecke, Leiter der Ausgrabungen in Prohear, erhältlich. Im November 2010 wurde im Nationalmuseum Phnom Penh eine Ausstellung der Grabungsfunde eröffnet.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert den Hochschulsektor mit der Entsendung von deutschen Lang- und Kurzzeitdozenten nach Kambodscha sowie der Vermittlung von Kurz- und Langzeitstipendien an Kambodschaner nach Deutschland. Im Jahr 2002 wurde mit Unterstützung des DAAD und der Konrad-Adenauer-Stiftung der Studiengang "Medien- und Kommunikationswissenschaften" an der Royal University of Phnom Penh neu eingerichtet. Der kambodschanische Behinderten-Volleyball wird seit mehreren Jahren regelmäßig durch das NOK Deutschland im Rahmen von Trainer-Kurzzeitentsendungen und durch Sportgerätespenden gefördert.

Konzerte und Ausstellungen deutscher Künstler sowie Vorführungen deutscher Filme werden in Phnom Penh - teils unterstützt durch das Goethe Institut - in wachsender Anzahl veranstaltet.

Für 2011 sind ein Konzert des Württembergischen Kammerorchesters im Oktober und das 8. Internationale Musikfestival im November geplant.

Die seit Anfang 2007 bestehenden Kultureinrichtungen "Artplus" und "MetaHaus" werden von Botschaft und Goethe-Institut bei der Veranstaltung deutscher Kulturprogramme unterstützt.

Artplus, MetaHaus und die Sprachmittlerin des Goethe-Instituts befinden sich seit Juni 2010 unter einem Dach, dem Deutsch-Kambodschanischen Kulturzentrum.

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